3 tage in stille. meine erfahrung mit zen-meditation

stille. atmen. leere. fülle. ende november habe ich mich 3 tage lang in stille begeben und einen kurs in die einführung der zen-meditation besucht. es war eine sehr bereichernde und interessante erfahrung für mich. meine erlebnisse, gedanken und was ich mitnehme, davon handelt dieser beitrag.

wieso machst du sowas? haben mich freunde gefragt. weil ich es noch nie gemacht hab. ich wollte wissen, wie ich reagiere. wie mein körper und mein geist sich anfühlen. zudem sehne ich mich momentan sehr nach ruhe und stille. nach offline sein. mit mir sein.

tagesablauf

nach kurzer einführung und vorstellungsrunde haben wir uns in stille begeben. das heisst: nichts reden, kein augenkontakt, nichts lesen, nichts hören, nichts schreiben, kein handy, kein laptop, kein tv. natürlich wird das nicht kontrolliert, aber ich denke, dass nur menschen teilnehmen, die das für sich machen und deshalb sich auch dran halten.

die erste meditation startet um 6 uhr. abwechselnd gibt es sitzmeditation (20min) und gehmeditation (5min). bei der sitzmeditation sind wir alle zur wand blickend platziert, das fand ich am anfang sehr speziell, aber rückblickend spürte ich trotzdem eine sehr enge verbindung zu den anderen teilnehmern. die gehmeditation gefällt mir besonders. wir laufen nacheinander auf dem überdachten balkon, der um das ganze haus geht. frische, kühle luft. vögelgezwitscher. freiheit. licht. achtsam ein schritt nach dem anderen. den fuss vom fersen ganz achtsam bis zu den zehenspitzen abrollen. nach dem frühstück geht es weiter mit samu, die arbeitsmeditation. sich eine stunde lang einer arbeit widmen, mit voller liebe und fürsorge. dann geht es wieder weiter mit sitz/gehmeditation. nach dem mittag gibt es eine pause. danach einen vortrag, über ein interessantes thema. augen schliessen und zuhören. total schön und inspirierend. vor und nach dem abendessen nochmals meditationssitzungen. zwischendrin gibt es die möglichkeit auf ein einzelgespräch mit den kursleitern.

gedanken & gefühle

am ende des 2. tages war ich erschöpft. vieles hat sich an diesem tag bewegt. in mir. es kommen ganz wirre gedanken und sätze hoch. aber so wie sie kamen, gingen sie auch wieder. aber auch mein körper meldete sich, meine sitzbeinhöcker schmerzten vom vielen sitzen. ich dachte, was machst du hier eigentlich? am nächsten tag war ich wieder total motiviert und hab die stille so sehr genossen. so interessant, was mir alles auffällt, wie die wahrnehmung intensiver wird, wenn ich vollkommen im jetzt bin. phasen. alles zieht vorbei. das angenehme und das unangenehme. alles kommt. alles geht. rückblickend fiel es mir echt leicht, in stille zu sein. zum einen sicher, weil ich mir in meinem alltag schon viel zeit nehme für ruhe, für mich. ich brauche das, um wieder energie zu tanken.

was ich mitnehme

ich bin sehr sehr dankbar für diese erfahrung und bereicherung. für die stille. ich hab so viel neue energie geschöpft. fühle mich inspiriert, aber nicht von aussen, sondern von innen. in mir, in uns, in unserem kern, ist so unglaublich viel. ist fülle. ich fühle tiefe dankbarkeit für mein leben und all das was ist, alle menschen die in meinem leben sind. was ich mitnehme ist, mich noch mehr dem jetzt zu widmen. einer aufgabe/tätigkeit/menschen meine volle aufmerksamkeit und liebe zu schenken. kleine momente der achtsamkeit in mein leben zu integrieren, türen ganz leise und achtsam zu schliessen. öfters mal die augen schliessen und den geräuschen lauschen. öfter die digitale welt abstellen und ganz ohne ablenkung und äussere einflüsse zu sein. feinfühlig sein. spüren. atmen.

wo nichts ist, ist fülle. diese worte beschreiben meine erfahrung von diesem wochenende ziemlich perfekt. nichts, muss nicht immer leere und einsamkeit sein. nichts ist voller fülle.

zum schluss dieses beitrags möchte ich noch ein gedicht mit dir teilen, das mir sehr gut gefällt.

«Der Wind flüstert im Bambushain –
Klingt er ab, bleibt der Bambus ohne Laut zurück.
Die Gänse fliegen über den kalten klaren Teich –
Sind sie fort, hält der Teich ihr Bild nicht fest.
So auch der Weise:
Kommen die Dinge, so spiegelt der Geist sie wider.
Gehen sie wieder, so erfreut sich der Geist der Leere.»

falls du fragen hast oder die adresse erfahren möchtest, schreib mir gerne eine nachricht oder einen kommentar 🙂

ich schicke dir ganz viel liebe.

namasté

carla

2 Kommentare zu „3 tage in stille. meine erfahrung mit zen-meditation

  1. Liebe Carla
    Danke für dieses Erfahrungsbericht. Das klingt sehr interessant und ich glaube, sowas würde mir auch gut tun. Ich freue mich schon wieder in deine Yogaklasse zu kommen.

    Alle Gute
    Irene

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