Mindful Monday: Die Kunst des Nichtstuns

Oft hetzen wir vom einen zum anderen Termin und funktionieren einfach. In diesem Beitrag geht es um die Kunst des Nichtstuns. Wann hast du das letzte mal nichts getan? Ja, wirklich einfach nichts! Einfach entspannen, ohne Ziel, ohne Grund. Wie das geht und wieso es so wichtig ist erkläre ich dir in diesem Beitrag.

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Was genau ist eigentlich Nichtstun? Zählt ein Buch lesen dazu? Einen Spaziergang in der Natur? Musik hören? Beim Nichtstun geht es darum, keine zielgerichtete Aktivität zu verfolgen. Es bedeutet, sich auszuruhen, eine Auszeit zu nehmen, den Gedanken nachhängen, Tagträumen. Einfach mal da sitzen und den Moment geniessen, ohne ein Ziel oder einen Grund. 

Fun Fact: Das Gehirn benötigt für das Nichtstun etwa 20 mal so viel Energie wie für die bewusste Abwehr einer lästigen Fliege!! 😉 

Während meiner Yoga-Ausbildung haben wir jeden Tag „Morgen-Silence“ praktiziert. Wir durften nicht lesen, nicht schreiben, nicht sprechen, keine Musik hören, keinen Augenkontakt, kein Gespräch. Ganz ohne äussere Einflüsse. Ganz ohne Ablenkung. Einfach nur „Sein“. Ich habe das soo genossen, es war echt wunderschön und einen perfekten Start in den Tag. Es hat mir gezeigt, wie wichtig es für mich ist, Zeit für mich zu haben. Zeit, um den Tag ganz bei mir zu starten, bevor ich meine Energie nach aussen verbreite. Wie schön es ist, einfach nur dazusitzen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Wie gut es tut, einfach mal nichts zu tun. Zeit, die Gedanken wandern zu lassen. Tagträumen. Einfach sein. Zu mir finden. Hast du das schon mal ausprobiert? Überlege dir mal, wann du zum letzten Mal wirklich nichts getan hast. Keine zielgerichtete Aktivität. Einfach nur Sein.

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Leider nehmen wir uns in unserem hektischen oft hektischen Alltag viel zu selten Zeit dafür. Wieso? Wir haben Angst vor Langeweile. Angst, faul zu sein, nicht produktiv zu sein. Keinen Plan zu haben. Ein bisschen verloren zu sein. Vielleicht auch Angst, um uns mit uns selber zu beschäftigen, uns selber näher zu kommen. Zu fühlen, zu beobachten. Das meiste was wir machen, hat einen bestimmten Grund. Wir möchten uns verbessern, etwas erreichen oder  einer Pflicht nachgehen. In unserem Alltag, in dem wir oft im Autopilot Modus sind, entfernen wir uns dabei immer mehr von unserem wahren Selbst. Wir haben Aufgaben, To-Do Listen, Pflichten und Termine. Und sobald wir das erledigt haben, gehen wir noch ins Gym, zum Power Yoga oder zum Italienisch-Kurs. Zuhause angekommen kochen wir etwas, schauen noch einen Film und gehen ins Bett. Alles durchgeplant, immer etwas los und abgelenkt. Ups, keine Zeit fürs Nichtstun, sorry!

Auch ich habe früher versucht, so viele Aktivitäten wie möglich in meinen Alltag gepackt, alles genau durchplant, so dass sicher keine Zeit bleibt, um sich zu langweilen, Zeit mit mir selber zu verbringen oder eben einfach mal nichts zu tun. Es gab viele Tage an denen ich einfach nur auf Autopilotmodus war, nur funktioniert habe. Doch es ist so wichtig, dem Geist und Körper mal eine Pause zu gönnen. Mal ohne Ablenkung zu sein. Wieder zu sich selbst zu finden. 

 

„Gar Nichts tun. Das ist die aller schwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.“ – Oscar Wilde

 

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Nichtstun ist nicht nur total entspannend, es fördert auch die Kreativität in uns! Denn erst wenn wir Langweile zulassen, ist unser Gehirn bereit, Neues zuzulassen. Sobald wir unseren Gedanken einfach mal Ruhe gönnen, kommen plötzlich die Besten Ideen auf. (Natürlich nicht, wenn wir krampfhaft versuchen, nichts zu tun und auf die Idee warten. 😉 ) Das ist eigentlich witzig, wenn wir unser ganzes Leben lang gesagt bekommen, dass wir hart arbeiten müssen, um Erfolg zu haben. Es geht auch ganz ohne Anstrengung! Auch Hirnforscher und Psychologen zeigen, wie wichtig es ist, sich eine Auszeit zu gönnen: Es fördert die Regeneration, stärkt das Immunsystem, fördert die Kreativität, stärkt das Gedächtnis und ist Voraussetzung für das seelische Gleichgewicht.

 

Alltags-Übung

Versuche dir diese Woche mal jeden Tag bewusst Zeit zum Nichtstun zu nehmen. Probiere es einfach aus! Nimm dir anfangs mal 5 Minuten vor. Suche dir einen ruhigen Platz wo du ungestört bist. Schau in die Natur, nimm dich selber wahr. Schreibe dir danach auf, wie es dir dabei ging und wie du dich gefühlt hast.

Trau dich, faul zu sein! Ganz ohne schlechtes Gewissen! 😉

Bist du ein Nichtstun Profi? Oder fällt es dir eher schwer, nichts zu tun? Was hindert dich daran, nichts zu tun? 

Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Gedanken und Erfahrungen mit uns teilst!

ganz viel Sonnenschein aus Bali!☀️☀️☀️

Carla

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4 Kommentare zu „Mindful Monday: Die Kunst des Nichtstuns

  1. das ist wiederum ein sehr interessanter und lehrreicher beitrag. in unserer gesellschaft ist es schwierig aus dem strom zu schwimmer… aber nichts ist unmöglich und ich glaube, dass der kernpunkt ist, sich mit sich selber zu befassen.
    vielen dank für deinen absolut spannenden und interessanten beitrag.
    liebe grüsse

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  2. hi carla, vielen dank für diesen beitrag, deine themen sprechen mich irgendwie immer total an. mir fällt es sehr schwer einfach nichts zu tun, und du hast es genau auf den punkt gebracht was der grund dafür ist. danke dafür!! und die bilder sind wunderschön 😍 alles liebe anna

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