Mindful Monday: Glaube nicht alles, was du denkst

Jeden Tag denken wir etwa 60’000 Gedanken. Was für eine Zahl! Fast unvorstellbar… Doch wenn wir mal genauer hinschauen, passiert es doch ziemlich oft, dass ein einziger Gedanke in Sekunden zu 10 verschiedenen Gedanken wird. Wie kleine Äffchen schwingen sich unsere Gedanken von einem Ast zum nächsten und verwickeln sich in eine endlose Spirale. Aber wie viele von dieser unglaublichen Zahl an Gedanken sind überhaupt wahr? Glaubst du alles, was du denkst?

Passend zur „Quote of the week“, die übrigens immer auf der Seitenleiste zu entdecken ist, schreibe ich heute einen Beitrag. Kaum etwas macht uns so zu schaffen, wie das endlose Geplapper in unserem Kopf. Alles entsteht aus unseren Gedanken. Wichtig ist zuerst mal, das wir erkennen, dass Gedanken eigentlich nur Worte im Kopf sind. So wie Buchstaben auf einem Blatt Papier. Nichts weiteres als das. Sie sind flüchtig und haben keine materielle Substanz. Jedoch haben diese Worte in unserem Kopf eine enorme Wirkung! Jedes Gefühl, jede Handlung, jede Aussage, ja wirklich alles, entsteht aus den Gedanken. Sind sie positiv, fühlen wir uns gut und wohl und ziehen somit automatisch das Positive und Gute an. Sind die Gedanken negativ, fühlen wir uns schlecht und unwohl und ziehen Negatives an.

Diese starke Macht der Gedanken entsteht, wenn wir uns nicht bewusst sind, dass Gedanken nur Gedanken sind. Sie sind kein Fakt, kein Beweis, keine Tatsache! Gedanken können wahr sein. Oder auch nicht. Hilfreich. Oder eben auch nicht. Ein Gedanke kann wahr sein, aber dennoch nicht hilfreich. Stell dir beispielsweise vor, dass du in Paris bist und aber nicht so gut Französisch sprechen kannst. Du möchtest einen Einheimischen etwas fragen und denkst: „Mein Französisch ist einfach zu schlecht, ich mache immer so viele Grammatikfehler.“ Das ist vielleicht die Wahrheit, aber es ist nicht hilfreich in diesem Moment. Genau da ist es wichtig zu erkennen, dass das nur ein Gedanke ist. Er unterstützt dich nicht in dieser Situation, er ist negativ. Wenn du diesen Gedanken glaubst, bist du unsicher und machst somit mehr Grammatikfehler während dem Gespräch, als wenn du bemerkst, dass es nur ein Gedanke ist, und ihn nicht glaubst.

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Es braucht Übung, um zu bemerken, dass der Gedanke, den du gerade hast, keine Tatsache ist, sondern eben nur ein Gedanke. Hier stelle ich dir drei kleine Übungen für den Alltag vor, die dir helfen, mit schwierigen Gedanken besser umzugehen kannst und Abstand von ihnen zu gewinnen:

Stell dir deine Gedanken als ein Lied vor, das gerade im Radio kommt. Du kannst es dir auf voller Lautstärke anhören. Oder du kannst leiser stellen und es als Hintergrundmusik laufen lassen. Genau das gleiche gilt für deine Gedanken. Stelle dir bewusst vor, wie du deine Gedanken immer leiser und kleiner werden lässt und sie immer unwichtiger werden.

Abstand zu einem Gedanken kannst du auch gewinnen, wenn du dir selber sagst, dass das nur ein Gedanke ist. Setze dazu einfach diesen Satz davor: „Ich bemerke, dass ich den Gedanken habe, dass…“. Aus „Ich habe das nicht verdient“ wird „Ich bemerke, dass ich den Gedanken habe, dass ich das nicht verdient habe.“ Spätestens jetzt merkst du, dass es nur ein Gedanke ist, keine Tatsache.

Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr aus der Gedankenspirale herauskommst, konzentriere dich einfach auf deine Atmung. Einatmen, Ausatmen. Stelle dir vor, wie du mit jeder Ausatmung alle Gedanken loslässt und dein Kopf ganz leicht wird. Entspanne deine Stirn, lockere deinen Kiefer.

Schreib dir doch, wie ich, ein kleiner Notizzettel auf dem steht: Glaube nicht alles, was du denkst. Immer, wenn du darauf schaust, frage dich: Was denke ich genau jetzt? Ist es wahr? Ist es unterstützend?

Zum Schluss noch eine passende Aussage von Eckhart Tolle:

Viel Leid und viel Unglück entstehen, wenn du jeden Gedanken, der dir durch den Kopf geht, für die Wahrheit hältst. Situationen machen nicht unglücklich. Sie mögen physische Schmerzen verursachen, aber sie machen nicht unglücklich. Deine Gedanken machen dich unglücklich. Deine Interpretation, die Geschichte, die du selbst dazu erfindest, machen dich unglücklich.“

Was denkst du zu diesem Thema? Fällt es dir leicht, zu erkennen, dass Gedanken nur Gedanken sind?

Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen und wünsche euch einen wunderschönen Start in die neue Woche!

alles Liebe,

carla

 

Zu meinen anderen „mindful monday“-Beiträgen:

mindful monday

9 Kommentare zu „Mindful Monday: Glaube nicht alles, was du denkst

  1. Danke für diesen ausführlichen und einfach wahren Beitrag. Es ist schwerer, als es sich anhört, zu erkennen, dass Gedanken meistens nicht wahr sind. Aber ich werde deine Übungen mal ausprobieren, diese Vorstellung mit dem Radio ist echt gut!
    Die auch eine schöne Woche,
    Sarah

    Gefällt 2 Personen

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